Eingeschlossene Emotionen bei Tieren lösen

Bei Sitzungen mit Tieren lasse ich mir im Gespräch mit den Besitzern genau schildern, welche Auffälligkeiten oder Krankheiten das Tier hat. Oft gibt es Schlüsselsituationen, in denen die Emotionen eingelagert wurden. Auch Tiere leiden unter dem Verlust eines anderen Tieres oder eines Familienmitgliedes, das im Haushalt gelebt hat. Sie erleiden Schocksituationen, z. B. Übergriffe von anderen Tieren oder Menschen, haben Traumata in ihrer Kindheit erlebt oder leiden unter Unfällen oder Stürzen, die sie erfahren haben.

Tiere reagieren ebenso mit Trauer, Wut, Resignation und nicht selten mit Selbstverletzungen, Lethargie oder Aggression.

Das Beispiel von "Gucci"

 

"Gucci" ist das Huhn meiner Freundin. Sie verhielt sich bereits sehr zurückhaltend und introvertiert, als wir sie beim Züchter abholten. Von anderen Hühnern wurde sie direkt massiv angegriffen und zwar so stark, dass es über die üblichen Verhaltensweisen zur Klärung der Hackordnung hinaus ging, so dass wir sie im Hühnergarten nicht vergesellschaften konnten. So lebte Gucci bei meiner Freundin zu Hause in einem Karton, genoss die ungeteilte Aufmerksamkeit und liebevolle Zuneigung aller Familienmitglieder und reagierte auf Zärtlichkeiten mit einem dankbaren Gurren. Wir wunderten uns sehr darüber und hatten den Eindruck, dass das Tier vielleicht dachte, eine Katze zu sein. Als meine Freundin im Juli 2021 mit ihrer Familie in den Urlaub flog, bat sie mich, Gucci zu nehmen. Sie kam in einem Karton bei mir an und ich wunderte mich, dass das Huhn tatsächlich immer darin sitzen blieb. Vorsichtshalber stellte ich sie, in ihrem Karton sitzend, ins Badezimmer und schloss die Tür, falls sie doch einmal herausfliegen sollte. Aber das passierte nicht. Nach drei Tagen saß sie immer noch mitten im Karton und hatte sich scheinbar gar nicht bewegt.

Als ich mich näher mit ihr beschäftigte, fiel mir auf, dass ihre Körperhaltung nicht aufrecht war. Sie wirkte traurig, eingefallen, als ob etwas, im wahrsten Sinne des Wortes "auf ihr zu lasten schien". Während ich sie streichelte, kam mir auf einmal die Idee, bei ihr auszutesten, ob sie Emotionen eingeschlossen hat. Ich nahm den Tensor und fand tatsächlich eingeschlossene Emotionen der Verlassenheit, des Sich-nicht-geliebt-fühlens, der Hilflosigkeit, der Aussichtslosigkeit und des Herzschmerzes. Mir kam die Idee, dass sie vielleicht zu früh von ihrer Mutter getrennt wurde und bei dem Verlust die o. g. Emotionen eingeschlossen hatte. Ihr Unterbewusstsein bestätigte mein Gefühl und ich löste eine Emotion nach der anderen aus ihrem Energiesystem, indem ich mit einem kleinen Magneten von ihrem Kopf über den Körper zu ihrem Hinterteil strich. Zunächst zeigte sich keine Veränderung. Das Tier reagierte nicht. So ließ ich sie im Badezimmer zurück und ging am nächsten Tag wieder zu ihr.

 

Ich traute meinen Augen nicht, als ich am Morgen die Tür zum Badezimmer öffnete. Gucci saß auf dem zugeklappen Toilettendeckel mit aufrechter Körperhaltung und nach vorn gestreckter Brust. Sie reagierte mit einem fröhlichen, lauten Gurren auf mich und wirkte völlig verändert. Als ob die emotionale Schwere von ihr genommen wurde. Im ganzen Bad lagen Federn herum und sie hatte ihre Käckerchen überall verteilt. Es war eine wahre Freude, sie so zu sehen. Sie ließ sich, wie immer, problemlos von mir nehmen und ich brachte sie direkt in den Hühnergarten zu den anderen Hühnern, um auszuprobieren, wie sie auf "die neue Gucci" reagieren würden. Als ich sie absetzte, marschierte Gucci gleich mit selbstbewusstem Schritt zielstrebig auf den Futtertisch zu. Die anderen Hühner beachteten sie gar nicht. Hatten sie sich bisher immer gleich zu mehreren auf sie gestürzt, ließen sie sie jetzt vollkommen in Ruhe. Seitdem lebt Gucci glücklich und zufrieden mit den anderen Hühnern im Hühnergarten. Mit dem Ablösen der eingeschlossenen Emotionen konnte die emotionale Last von ihr genommen werden. Das führte dazu, dass sie heute in der Lage ist, ein freies und glückliches Hühnerleben zu führen, ohne den ständigen Angriffen der anderen ausgesetzt zu sein.